Eine für Fachleute wie auch für den Laien interessante Frage lautet: Wie wird sich das deutsche Fernsehen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln? Gibt es eine Verschiebung hin zu den Inhalten im Internet oder bleiben selbst klassische Kanäle auf der Mattscheibe relevant? Es ist ja eine Binsenweisheit, nach der sich das TV verändert, nur werden oft genug einfach nur Zahlen geliefert, die Trends aufzeigen, aber eben keine Erklärung geben, welche Entwicklungen hier bereits abzusehen sind.

Interaktive Kanäle

Ganz oben stehen natürlich die Versuche der Medienanstalten, den Zuschauer aktiv einzubinden. Hier gibt und gab es schon immer Versuche, etwa beim Home Calling und Shopping, meistens ist dabei ein Anruf zum einen mit hohen Gebühren, zum anderen aber ausgleichend auch mit einem Gewinnspiel versehen. Selbst Umfragen, an denen sich per SMS teilnehmen lässt, sind im Fernsehen zu sehen und es ist gut möglich, dass diese Aspekte noch ausgebaut werden.

Welchen Film möchten die Zuschauer sehen? Ob es dabei jedoch soweit gehen kann wie im Demand TV, wo auf Abruf sich der Film oder die Serie in Bewegung setzen, ist ziemlich fraglich. Wahrscheinlich nutzen Öffentlich – Rechtliche Sender die Interaktion eher zur Beteiligung der Bürger an Umfragen, Meinungsäußerungen, Abstimmungen, während die Privaten eher auf Gewinnspiele setzen werden. Das Fernsehen und die damit einhergehende Werbung werden in Deutschland in Zukunft auf jeden Fall durch eine Beteiligung der Zuschauer gestaltet, das geht dann nicht mehr allein nur durch Einschaltquoten, sondern durch eine aktive Heranahme der Zielgruppen.

Shopping und Absurditäten

Und zugleich sind die Spartensender oft erfolgreicher als Allrounder wie RTL oder ARD! ProSieben Sat 1 etwa, die bekannte Mediengruppe, leistet sich mit Kabel 1 für besonders viele Filme und Serien einen eigenen Sender, das drückt sich in guten Marktanteilen aus. RTL ist noch ein Stückweit aktiver, hier gibt es RTL 2, Super RTL für Kinder, VOX mit Kochsendungen und Lifestyle und einiges mehr.

Solche Strukturen sind aber nur eine Seite der Medaille. Zugleich reüssieren Spartensender und echte Nischen, vom Musikkanal wie VIVA über Nachricht aus Sport und der Welt wie N-TV und N24 bis hin reinen Verkaufssendern wie QVC und HSE24. Natürlich gibt es auch viele regionale Programme und Sender, die bei Umfragen oft recht gut abschneiden wenn es um Glaubwürdigkeit und um die Qualität der Sendungen geht. Das Aufspüren von Zielgruppen ist enorm wichtig und Erfolgskonzepte beim Thema Werbung und Fernsehen lassen sich nur erreichen, wenn die entsprechende Medienlandschaft zutreffend analysiert wird.

Kooperation mit dem Internet: Nicht ganz unwichtig ist das Zusammenspiel zwischen klassischem Fernsehen und den Möglichkeiten des Internets. Hier sind die bereits erwähnten Interaktionen noch viel intensiver zu besichtigen und zu nutzen und es ist vorstellbar, dass TV in Zukunft eine Art Online Kooperation ausdrückt, was jedoch gerade für die Finanzierung ein Problem werden könnte. Die deutschen Bundesländer haben hier mit der geräteunabhängigen Zwangsabgabe für Medien durch alle Bürger schon vorgesorgt, jeder muss zahlen, weil heute so gut wieder auch ein Smartphone besitzt und damit fähig ist, TV Inhalte aus dem Internet zu empfangen.