Fernsehen und Werbung in Deutschland – Ein Überblick

Die Bundesrepublik Deutschland hat ein reiches föderales Erbe und das zeigt sich selbst in der Struktur der TV Landschaft und deren Finanzierung. Eine Mischung aus Öffentlich – Rechtlichen Sendern, Privaten Anbietern und immer wieder auch Pay – TV bietet sich dem deutschen Fernsehkunden und gerade die Fragen der Reklame, der Werbeminuten und die Rezeption durch den Zuschauer spielen eine große Rolle. So ist beispielsweise eine ganze Reihe von Aspekten rund um die Werbung selbst durch den sogenannten „Rundfunkstaatsvertrag“ geregelt, hierbei werden Laufzeit und Gestaltung der jeweiligen Reklameblöcke im Fernsehen genau festgelegt.

Dabei ist die Fernsehlandschaft sicher nicht so breit gestaffelt wie in Amerika, aber eben auch nicht von staatlicher Einflussnahme gekennzeichnet wie in China oder Russland. Deutsche Fernsehsender, die auf ein ausgewogenes Programm setzen oder eben als reine Reklamesender auf Werbung in allen erdenklichen Formen, sind frei in ihrer Berichterstattung, allerdings haben die öffentlichen Sender wie alle Medien in Deutschland eine Art Verfassungsauftrag zur Bildung und Information der Bürger. Hier wird dann auch die bei vielen Deutschen verhassten Rundfunkabgabe eingefordert, die seit Neustem von wirklich jedem Haushalt eingezogen wird.

Eine Frage der Finanzierung

So leben Sender wie die ARD, auch genannt Das Erste, ganz prima mit kombinierten Einnahmen aus Werbung und eben dem Rundfunkbeitrag. Das stößt nicht wenigen Leuten sauer auf, schließlich sichern sich die Öffentlichen TV Anstalten zum einen den Wettbewerbsvorteil gegenüber den lediglich auf Reklame als Einnahme setzenden Privaten, zum anderen sind vor allem stark frequentierte Sendungen oft genug von Werbung überflutet und hier wünschen sich viele Bürger eine nachhaltige Veränderung.

Der Einzug von Rundfunkgebühren erscheint wahrscheinlich nicht mehr zeitgemäß, wurde aber erst vor wenigen in der heute gültigen, ziemlich rigiden Form aufgestellt. Hier entzünden sich die Geister und oft genug ist beispielsweise auf sich total widersprechenden Demonstrationen gegen Flüchtlinge, Neonazis oder Stuttgarter Bahnhöfe immer auch ein Plakat zu sehen, auf dem die Abschaffung der Rundfunkabgabe gefordert wird!

Sonderfall Pay TV: Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern konnte sich das Pay – TV vor allem in der Form von Sky bisher in Deutschland zwar etablieren, aber nie wirklich flächendeckend durchsetzen. Hochwertige Inhalte, die zusätzliche Gebühren kosten, werden vor allem von Fans angenommen, etwa für Sportereignisse, aber selbstverständlich haben TV fremde Trends vor allem aus dem Internet wie das beliebte Videostreaming dem Bezahlfernsehen einiges an Kundschaft weggenommen.

Öffentliche Sender, privates Sendeschema?

Denn die Privaten TV Anstalten sind allein auf Reklame angewiesen und es ist absurd, wenn deren häufige Unterbrechungen von Filmen und Shows dann auch auf einem öffentlichen Sender wie dem ZDF zu sehen ist! Freilich dürfen die staatlichen Sender nicht ganz so viel Werbung und vor allem nicht so häufig und lange ausstrahlen, aber gerade Fußball oder die Pausen zwischen den Sendungen werden stets mit Anzeigen bombardiert. Zeitliche Limits jedenfalls lassen sich weniger feststellen.

Neben der großen Zweiteilung in der deutschen Fernsehlandschaft gibt es natürlich auch hierzulande sogenannte Shopping Sender, von Sonnenklar über HSE 24 bis hin zum Dauerbrenner QVC. Allerdings haben diese Sendungen immer ziemlich wenige Zuschauer und die Einschaltquoten bewegen sich im niedrigstelligen Bereich, auch wenn versucht wird, eine Art Natürlichkeit durch die Einbindung von Prominenten und andere Ideen während der Sendezeiten versucht wird.